Gemeinsamer Bundesausschuss: Vortioxetin ohne Zusatznutzen

Am 15. Oktober 2015 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in Berlin seinen abschließenden Beschluss im Nutzenbewertungsverfahren zum neuen Antidepressivum Vortioxetin veröffentlicht. Der G-BA hat sich der Bewertung des IQWiG angeschlossen, dass Vortioxetin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie, der Gruppe der selektiven Serotonin-Rückaufnahmehemmer (SSRI), keinen Zusatznutzen aufweist.

684230_web_R_K_B_by_I-vista_pixelio.de

Bildnachweis: l-vista / pixelio.de

Weiterlesen

Obere gastrointestinale Blutungen bei Behandlung mit SSRI

Der mögliche Zusammenhang von gastrointestinalen Blutungen und Behandlung mit selektiven Serotonin-Rückaufnahmehemmern (SSRI) ist schon lange bekannt. SSRI reduzieren die Serotoninkonzentration in Thrombozyten dramatisch (> 80%), was zu einer verminderten Thrombozytenaggregation und daraus resultierender erhöhter Blutungsneigung führt. Die Kombination mit nichtsteroidalen Antiphlogistika (nonsteroidal anti-inflammatory drugs, NSAIDs), Thrombozytenaggregationshemmern oder Warfarin erhöht das Risiko zusätzlich. Weiterlesen

Die innovativsten Medikamente der letzten 25 Jahre

In der Juni-Ausgabe von Nature Reviews Drug Discovery veröffentlichten Aaron Kesselheim und Jerry Avorn von der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts, die Ergebnisse ihrer Umfrage unter Ärzten nach den innovativsten Medikamenten (eigentlich Medikamente, die die Arzneimitteltherapie am stärksten umgestaltet haben, im Original „the most transformative drugs“) der letzten 25 Jahre (Kesselheim und Avorn, Nat Rev Drug Discov 2013, 12: 425-431). Weiterlesen

Depression in der Schwangerschaft: Behandeln oder nicht behandeln?

Das Auftreten einer Depression in der Schwangerschaft stellt eine besondere therapeutische Herausforderung dar, sind doch hier Nutzen und Risiken einer Pharmakotherapie besonders sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Wenn die Indikation für eine antidepressive Pharmakotherapie in der Schwangerschaft überprüft wird, wird gerne vergessen, dass nicht nur die medikamentöse Therapie mit Risiken assoziiert ist, sondern auch eine mögliche Nicht-Behandlung. Weiterlesen

Führen Antidepressiva zu Suizidalität und aggressivem Verhalten?

Am 18. Februar 2013 strahlte die ARD die Reportage „Gefährliche Glückspillen – Milliardenprofite mit Antidepressiva“ aus. In der Sendung wird die Behauptung vertreten, dass Antidepressiva, insbesondere selektive Serotonin-Rückaufnahmehemmer (SSRI) wie Fluoxetin oder Paroxetin, zu Suizidalität, Aggressivität und Gewaltbereitschaft führen können. Weiterlesen

Arzneiverordnungsreport 2012: Antidepressiva

Zunächst möchte ich auf meinen Post vom 9. November 2012 verweisen, in dem ich mich kritisch mit der zum Teil unwissenschaftlichen Darstellung des Kapitels „Psychopharmaka“ (Autoren: Lohse und Müller-Oerlinghausen) im Arzneimittelreport 2012 auseinandersetze. Heute möchte ich differenzierter auf die Gruppe der Antidepressiva eingehen.

Antidepressiva sind die mit großem Abstand am häufigsten verordneten Psychopharmaka. Weiterlesen