Sind Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen mit Depression wirksam?

Eine bedeutsame Kontroverse hat eine kürzlich hochrangig publizierte Metaanalyse hervorgerufen, die sich mit der Frage der Wirksamkeit von Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen mit Depression befasst hat. Diese Metaanalyse wird nun in einer aktuellen Übersicht erheblich kritisiert. Die beiden Arbeiten kommen – ähnlich wie die begleitenden Editorials – zu sehr unterschiedlichen Schlussfolgerungen, die den Kliniker erst einmal ratlos zurücklassen.

Anne Garti / pixelio.de

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“Die Krise der Psychopharmaka” im Deutschlandfunk

Schon am Sonntag, den 2. April 2017, erschien im Deutschlandfunk eine Sendung zum Thema “Die Krise der Psychopharmakologie”. Darin wird über ein Symposium berichtet, das ich beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), im November 2016 in Berlin ausgerichtet hatte. Weiterlesen

Was ist dran am “Hirndoping”?

Am 17. März 2015 hat die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK-Gesundheit) ihren Gesundheitsreport 2015 vorgestellt. Analysiert werden in dem jährlich erscheinenden Report die Daten zur Arbeitsunfähigkeit aller bei der DAK-Gesundheit versicherten Berufstätigen. So waren 2014 psychische Erkrankungen für 16,6% aller Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich. Damit liegen sie hinter den Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems (22,7%) an zweiter Stelle der Statistik. Weiterlesen

Depression in der Schwangerschaft: Behandeln oder nicht behandeln?

Das Auftreten einer Depression in der Schwangerschaft stellt eine besondere therapeutische Herausforderung dar, sind doch hier Nutzen und Risiken einer Pharmakotherapie besonders sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Wenn die Indikation für eine antidepressive Pharmakotherapie in der Schwangerschaft überprüft wird, wird gerne vergessen, dass nicht nur die medikamentöse Therapie mit Risiken assoziiert ist, sondern auch eine mögliche Nicht-Behandlung. Weiterlesen

Führen Antidepressiva zu Suizidalität und aggressivem Verhalten?

Am 18. Februar 2013 strahlte die ARD die Reportage „Gefährliche Glückspillen – Milliardenprofite mit Antidepressiva“ aus. In der Sendung wird die Behauptung vertreten, dass Antidepressiva, insbesondere selektive Serotonin-Rückaufnahmehemmer (SSRI) wie Fluoxetin oder Paroxetin, zu Suizidalität, Aggressivität und Gewaltbereitschaft führen können. Weiterlesen

Arzneiverordnungsreport 2012: Was tut sich auf dem Arzneimittelmarkt?

Auch 2012 setzt sich der im Springer-Verlag publizierte „Arzneiverordnungsreport“ auf mehr als 1000 Seiten wieder in der gewohnt kritischen Form mit den Entwicklungen auf dem deutschen Arzneimittelmarkt im zurückliegenden Jahr auseinander (Schwabe und Paffrath 2012). In vier allgemeinen Kapiteln (Arzneiverordnungen 2011 im Überblick; Neue Arzneimittel; Nutzenbewertung von Arzneimitteln; Ökonomische Aspekte des deutschen Arzneimittelmarktes 2011) und 40 nach Indikationsgruppen geordneten Kapiteln wird Ärztinnen und Ärzten eine Fülle von wichtigen Informationen geboten, die der näheren Betrachtung wert sind.

Das Kapitel „Psychopharmaka“ wurde gemeinsam von dem Würzburger Pharmakologen Prof. Martin Lohse und dem emeritierten Berliner Pharmakologen Prof. Bruno Müller-Oerlinghausen verfasst. Sie besprechen diese in sechs Untergruppen: Tranquillantien, Antidepressiva (mit Lithiumsalzen), Neuroleptika, Psychostimulanzien, Mittel zur Behandlung von Alkoholfolgekrankheiten und pflanzliche Psychopharmaka. „Antidementiva“, „Sedativa und Hypnotika“ sowie „Antiepileptika“, die auch als Stimmungsstabilisierer in der Psychiatrie breite Verwendung finden, werden in eigenen Kapiteln besprochen. Mit diesen werde ich mich in späteren Postings befassen.

Bei der allgemeinen Darstellung des Verordnungsspektrums stellen die Autoren zunächst fest, Weiterlesen