Neue Arzneimittel 2012

In der Februarausgabe von Nature Reviews Drug Discovery findet sich unter dem Titel „2012 FDA drug approvals“ eine kurze Übersicht über die neuen Arzneimittel, die die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) im Jahr 2012 zugelassen hat (Mullard, Nat Rev Drug Disccov 2012, 12: 87-90). Insgesamt wurden 39 neue Substanzen zugelassen, das ist die höchste Zahl an Neuzulassungen seit 1997. Weiterlesen

Arzneiverordnungsreport 2012: Antidementiva

Die „Antidementiva“ werden im Arzneiverordnungsreport 2012 nicht unter den „Psychopharmaka“ (siehe dazu meine Posts vom 9.11.2012, vom 16.12.2012 und vom 19.1.2013) behandelt, sondern in einem eigenen Kapitel. Dieses wurde auch nicht von Martin Lohse und Bruno Müller-Oerlinghausen, sondern von Ulrich Schwabe, einem der beiden Herausgeber des Arzneiverordnungsreports, verfasst. Das hat dem Kapitel gut getan, denn es ist im Gegensatz zum Kapitel „Psychopharmaka“ durchgehend sachlich und wissenschaftlich verfasst.

Die Verordnung von Antidementiva hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich gewandelt. Weiterlesen

Benzodiazepine im Oberflächenwasser: Wichtige Fragen bleiben offen

Eine Publikation in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science (15. Februar 2013), in der Tomas Brodin und Kollegen von der Universität im schwedischen Umeå über die Folgen von Spuren des Benzodiazepins Oxazepam auf das Verhalten von Barschen berichten, hat auch in der Laienpresse erhebliches Aufsehen erregt (Brodin et al., Science 2013; 339: 814-815). Die Autoren berichten, dass die Konzentrationen von Oxazepam, die man gewöhnlich in Flussgewässern findet, zu erheblichen, möglicherweise ökologisch relevanten Verhaltensänderungen bei Barschen führen, die man diesen Gewässern aussetzt. Weiterlesen

„Repositionierung“ von bereits zugelassenen Medikamenten für die Behandlung der Demenz vom Alzheimer-Typ

Die medikamentöse Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einer Alzheimer-Demenz ist derzeit lediglich mit drei Acetylcholinesterase-Hemmern (Donepezil, Galantamin, Rivastigmin) und dem NMDA-Antagonisten Memantin möglich. Diese Substanzen führen zu einer symptomatischen Besserung von bis zu 12 Monaten Dauer (nach neuesten Ergebnissen sogar bis 24 Monate, siehe dazu meinen Post vom 13.12.2012). Sogenannte krankheitsmodifizierende Therapien sind leider nach wie vor nicht verfügbar. Im Gegenteil musste die pharmazeutische Industrie in der letzten Zeit zahlreiche zum Teil herbe Rückschläge bei der klinischen Prüfung neuer derartiger Therapien hinnehmen. Trotz des enormen wirtschaftlichen Potentials, das ein neues Medikament hätte, das den Krankheitsprozess verzögert, befinden sich wegen des hohen wirtschaftlichen Risikos, das diese Forschung darstellt, derzeit nur wenige Substanzen in der klinischen Prüfung der Phasen II und III (gegenüber weit mehr als 1000 Medikamenten gegen Krebserkrankungen). Weiterlesen