Zurück online – zweisprachig!

In den letzten Tagen war meine Site nicht erreichbar, da ich an der Mehrsprachigkeit gearbeitet habe. Die wesentlichen Schritte sind getan. Es sind noch einige Details zu bearbeiten, was aber die Navigation nicht behindert. Ich hoffe, damit den internationalen Austausch zu fördern und eine größere Reichweite außerhalb Deutschlands zu bekommen.

Arzneiverordnungsreport 2012: Tranquilizer

Heute möchte ich mich erneut mit dem Arzneiverordnungsreport 2012 befassen. Das Posting ist kurz, da die Gruppe der Tranquilizer (im Report als “Tranquillantien” bezeichnet) sehr kurz abgehandelt wird, wahrscheinlich, weil die Verordnungszahlen in dieser Gruppe seit Jahren abnehmen.

Die Verordnung von Tranquillantien, das sind vornehmlich Benzodiazepine, nimmt seit 1992, dem Jahr mit dem Maximum an Verordnungen (333 Mio. DDD), kontinuierlich ab. Weiterlesen

Berichte vom 51. ACNP-Kongress — IV. Galantamin vermindert die Mortalität bei Alzheimer-Demenz

Heute möchte ich erneut vom 51. Kongress des amerikanischen College of Neuropsychopharmacology (ACNP), 2. – 6. Dezember 2012 in Hollywood, Florida, berichten, obwohl der Kongress bereits beendet ist. Die Studie wurde als Poster präsentiert, sie hätte es aber meines Erachtens in die „Highlights“-Session bringen müssen, in der leider die präklinischen Arbeiten dominierten (siehe dazu mein letztes Posting vom 4.12.2012).

Acetylcholinesterase-Hemmer stehen auch in Deutschland noch immer in dem Ruf, bei Patienten mit einer Demenz vom Alzheimer-Typ von zweifelhaftem Nutzen zu sein. Ihre Wirkung sei begrenzt und stehe in keinem vernünftigen Verhältnis zu den unerwünschten Wirkungen und den Kosten. Weiterlesen

Berichte vom 51. ACNP-Kongress — III. Ist das noch translationale Forschung?

Beim 51. Kongress des amerikanischen College of Neuropsychopharmacology (ACNP), 2. – 6. Dezember 2012 in Hollywood, Florida, wurden in der ersten Postersession am 3. Dezember 214 Posters präsentiert. Dabei ist es erschreckend schwer gefallen, noch Posters zu finden, die nicht tierexperimentelle, sondern klinische, am Menschen gewonnene Daten zum Inhalt hatten. Etwa zwei Drittel der Poster berichteten über tierexperimentell gewonnene Daten. Weiterlesen

Berichte vom 51. ACNP-Kongress — II. Ist Ketamin auch bei Zwangsstörungen wirksam?

Beim 51. Kongress des amerikanischen College of Neuropsychopharmacology (ACNP), 2. – 6. Dezember 2012 in Hollywood, Florida, berichteten Carolyn I. Rodriguez und Kollegen von der Columbia-University in New York am gestrigen Tag über die Ergebnisse ihrer kleinen Pilotstudie zur Anwendung von Ketamin bei der Zwangsstörung. Die sehr rasche antidepressive Wirkung des NMDA-Rezeptorantagonisten Ketamin bei depressiven Störungen – gerade auch bei Therapieresistenz – wurde in zahlreichen Studien gezeigt. Dies gilt sowohl für uni- wie auch für bipolare Depressionen. Eine kleine offene Fallserie legte kürzlich auch eine Wirkung von Ketamin bei Zwangsstörungen nahe. Weiterlesen

Berichte vom 51. ACNP-Kongress — I. Botulinumtoxin A als Antidepressivum

Beim 51. Kongress des amerikanischen College of Neuropsychopharmacology (ACNP), 2. – 6. Dezember 2012 in Hollywood, Florida, berichteten Eric Finzi und Norman Rosenthal vom Chevy Chase Cosmetic Center in Chevy Chase, Maryland, heute in der „Hot Topics“ Session über die Ergebnisse ihrer doppel-blinden, placebo-kontrollierten Studie mit Botulinum-Toxin A bei Patienten mit einer Depression. Schon Charles Darwin schlug vor, dass nicht unbedingt die Stimmung eines Menschen ihren Niederschlag in dessen mimischem Ausdruck findet, sondern dass umgekehrt bestimmte mimische Haltungen auf Stimmung und Emotionalität zurückwirken können. Diese Hypothese wurde später von dem amerikanischen Psychologen William James zur „facial feedback hypothesis“ ausgebaut. Darwin war es auch, der beschrieb, dass depressive Menschen unter einer Überaktivität des Korrugators (Musculus corrugator supercilii, der „Stirn- oder Augenbrauenrunzler“) leiden. Injiziert man Botulinumtoxin in die Glabellaregion (die Region oberhalb der Nasenwurzel), so wird das Stirnrunzeln für etwa drei Monate effektiv gelähmt.

Finzi schloss in seine Studie Patienten mit einer depressiven Störung ein.  Weiterlesen