„Atypische“ Antipsychotika: Am Ende doch die bessere Wahl?

Seit der Publikation der drei sogenannten „Effectiveness“-Studien CATIE (Clinical Antipsychotic Trials of Intervention Effectiveness; Lieberman et al., N Engl J Med 2005; 353: 1209–23), CUtLASS (Cost Utility of the Latest Antipsychotic Drugs in Schizophrenia; Jones et al., Arch Gen Psychiatry 2006; 63: 1079–87) und EUFEST (European First Episode Schizophrenia Trial; Kahn et al., Lancet 2008; 371: 1085–97) zwischen 2005 und 2008 zum Vergleich von sog. „klassischen“ (oder Antipsychotika der ersten Generation, engl. first-generation antipsychotics, FGA) und sog. „atypischen“ Antipsychotika (oder Antipsychotika der zweiten Generation, engl. second-generation antipsychotics, SGA), ist die Diskussion um die Frage, ob die letzteren einen Vorteil bei der Behandlung von Patienten mit schizophrenen Störungen bieten, mehr oder weniger verstummt. Weiterlesen

Neues Antipsychotikum: FDA lässt Cariprazin zu

Am 17. September 2015 hat die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) das neue Antipsychotikum Cariprazin für die Behandlung von Schizophrenien und manischen oder gemischten Episoden im Rahmen von bipolaren Störungen zugelassen.

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Bildnachweis: M. Großmann / www.pixelio.de

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Psychoserisiko steigt mit dem THC-Gehalt von Cannabis

Eine wichtige Studie zur Frage der Assoziation von Psychoserisiko und Cannabiskonsum haben in der März-Ausgabe des Lancet Psychiatry Marta di Forti und Kollegen vom Institute of Psychiatry in London, einer der weltweit renommiertesten Einrichtungen der Schizophrenieforschung, veröffentlicht (Lancet Psychiatry 2015; 2: 233-238).

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© Petra Bork / pixelio.de

Darin kommen sie zu dem Ergebnis, dass der Gebrauch von hochpotentem Cannabis („Skunk“) ein sehr bedeutsamer Risikofaktor für die Entwicklung einer Psychose ist. Weiterlesen

Was sind eigentlich “Psychopillen”?

Am 26. Januar 2015 hat Martina Lenzen-Schulte auf der Wissenschaftsseite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung alle Vorurteile, die in der Bevölkerung gegen Psychopharmaka bestehen, schon im Titel „Wenn Psychopillen das Gehirn schrumpfen lassen“ auf den Punkt gebracht. Man hätte das nicht von einer seriösen Zeitung erwartet, aber Titel aus der Boulevardpresse ziehen eben auch in der FAZ. Es stellt sich die Frage, was die Autorin eigentlich mit „Psychopillen“ meint. Weiterlesen

Schlechte Nachrichten nicht nur für Roche, sondern für die Psychiatrie

Am vergangenen Dienstag, den 21. Januar 2014, hat der Schweizer Pharma-Konzern Roche eine Presseerklärung zu den ersten Ergebnissen von zwei Studien der Phase III mit seinem Glycintransporter-Inhibitor Bitopertin (RG-1678) bei Patienten mit Schizophrenien veröffentlicht. Weiterlesen

Omega-3-Fettsäuren: Für die Hirnentwicklung Jugendlicher sind sie besonders wichtig

In den letzten Jahren ist zunehmend klarer geworden, dass neben anderen Umweltfaktoren auch die Ernährung eine bedeutsame Rolle bei der Entstehung psychischer Störungen eine Rolle spielt. Da mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren (ω-3-PUFA; “polyunsaturated fatty acids) „essentiell“ sind, d.h. nicht vom Menschen selbst synthetisiert werden können, sondern mit der Nahrung aufgenommen werden müssen, kommt deren ausreichende Aufnahme mit der Nahrung eine besondere Bedeutung zu. Weiterlesen

Video “Patientenvorstellung Schizophrene Störung” ist online

Am 23. Oktober 2013 habe ich im Rahmen des “Systemblocks Psyche” (5. Semester Modellstudiengang am Universitätsklinikum Aachen) einen Patienten mit einer schizophrenen Störung  vorgestellt, der in wirklich exzellenter Weise schildert, wie die Erkrankung sein Leben verändert, wie er aber auch damit zu leben gelernt hat. Weiterlesen

Kann eine Langzeitbehandlung mit Antipsychotika zu strukturellen Hirnschäden führen?

In der September-Ausgabe von Der Nervenarzt erscheint eine “Pro und Kontra”-Debatte zum Thema: “Kann eine Langzeitbehandlung mit Antipsychotika zu strukturellen Hirnschäden führen?”. Die “Pro”-Position vertreten Volkmar Aderhold und Kollegen, ich habe die “Kontra”-Position verfasst (Gründer, Der Nervenarzt 2013; 84: 1120-1122).

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Antipsychotika: Weniger ist wieder mal mehr

Es ist heute klinischer Standard und Empfehlung aller Behandlungsleitlinien, nach Remission einer ersten psychotischen Episode eine antipsychotische Erhaltungstherapie für mindestens 12 Monate fortzuführen. Zahlreiche Studien belegen, dass das Rückfallrisiko zum Teil deutlich erhöht ist, wenn eine medikamentöse Behandlung vorzeitig beendet wird. In der September-Ausgabe von JAMA Psychiatry stellen Lex Wunderink und Kollegen aus den Niederlanden diese Behandlungsgewohnheiten jedoch zumindest zum Teil in Frage (Wunderink et al., JAMA Psychiatry 2013; 70: 913-920). Weiterlesen