Ist der Glycintransporter-Inhibitor Sarkosin auch bei Depression wirksam?

Inhibitoren des Glycintransporters vom Typ 1 (GlyT1) zählen derzeit zu den aussichtsreichsten Substanzen zur medikamentösen Behandlung psychischer Störungen. Ihre Anwendung bei schizophrenen Störungen ist am weitesten entwickelt, der GlyT1-Inhibitor der Firma Roche (Bitopertin®) befindet sich in klinischen Studien der Phase III. Weiterlesen

Neues Antidepressivum: Vortioxetin in den USA zugelassen

Am 30. September 2013 hat die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA die Zulassung von Vortioxetin (Brintellix®; früher Lu AA21004) zur Behandlung depressiver Störungen bekannt gegeben. Bei der europäischen EMA wurde die Zulassung im September 2012 beantragt. Mit der Zulassung in der EU sollte daher in Kürze zu rechnen sein. Die Substanz wurde auch bei der Generalisierten Angststörung (GAD) geprüft. Vortioxetin wird von Takeda und Lundbeck gemeinsam vermarktet. Weiterlesen

Die innovativsten Medikamente der letzten 25 Jahre

In der Juni-Ausgabe von Nature Reviews Drug Discovery veröffentlichten Aaron Kesselheim und Jerry Avorn von der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts, die Ergebnisse ihrer Umfrage unter Ärzten nach den innovativsten Medikamenten (eigentlich Medikamente, die die Arzneimitteltherapie am stärksten umgestaltet haben, im Original „the most transformative drugs“) der letzten 25 Jahre (Kesselheim und Avorn, Nat Rev Drug Discov 2013, 12: 425-431). Weiterlesen

Depression in der Schwangerschaft: Behandeln oder nicht behandeln?

Das Auftreten einer Depression in der Schwangerschaft stellt eine besondere therapeutische Herausforderung dar, sind doch hier Nutzen und Risiken einer Pharmakotherapie besonders sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Wenn die Indikation für eine antidepressive Pharmakotherapie in der Schwangerschaft überprüft wird, wird gerne vergessen, dass nicht nur die medikamentöse Therapie mit Risiken assoziiert ist, sondern auch eine mögliche Nicht-Behandlung. Weiterlesen

QTc-Verlängerung unter Citalopram: Ist die Warnung noch gerechtfertigt?

Am 24. August 2011 hatte die amerikanische FDA eine Sicherheitswarnung veröffentlicht, in der sie darauf hinwies, dass unter Citalopram das Risiko einer Verlängerung der QT-Zeit bestehe. Da das Risiko dosisabhängig zunehme, war empfohlen worden, Citalopram nicht mehr in Dosierungen über 40 mg täglich zu verabreichen. Bei Patienten im Alter von > 65 Jahren sollte die Dosis 20 mg täglich nicht mehr überschreiten. Am 28. März 2012 veröffentlichte die FDA ein Update zu dieser Sicherheitswarnung. Weiterlesen

Führen Antidepressiva zu Suizidalität und aggressivem Verhalten?

Am 18. Februar 2013 strahlte die ARD die Reportage „Gefährliche Glückspillen – Milliardenprofite mit Antidepressiva“ aus. In der Sendung wird die Behauptung vertreten, dass Antidepressiva, insbesondere selektive Serotonin-Rückaufnahmehemmer (SSRI) wie Fluoxetin oder Paroxetin, zu Suizidalität, Aggressivität und Gewaltbereitschaft führen können. Weiterlesen

Fluoxetin: “Schutz nach dem Schlag”?

In dem heutigen kurzen Post möchte ich auf einen kurzen Artikel in der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hinweisen. Darin geht es um die möglichen neuroregenerativen und -rehabilitativen Wirkungen von Fluoxetin nach einem Hirninfarkt. Hier geht es zum Artikel.

Was dort allerdings nicht steht: Weiterlesen

Arzneiverordnungsreport 2012: Antidepressiva

Zunächst möchte ich auf meinen Post vom 9. November 2012 verweisen, in dem ich mich kritisch mit der zum Teil unwissenschaftlichen Darstellung des Kapitels „Psychopharmaka“ (Autoren: Lohse und Müller-Oerlinghausen) im Arzneimittelreport 2012 auseinandersetze. Heute möchte ich differenzierter auf die Gruppe der Antidepressiva eingehen.

Antidepressiva sind die mit großem Abstand am häufigsten verordneten Psychopharmaka. Weiterlesen