Sind Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen mit Depression wirksam?

Eine bedeutsame Kontroverse hat eine kürzlich hochrangig publizierte Metaanalyse hervorgerufen, die sich mit der Frage der Wirksamkeit von Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen mit Depression befasst hat. Diese Metaanalyse wird nun in einer aktuellen Übersicht erheblich kritisiert. Die beiden Arbeiten kommen – ähnlich wie die begleitenden Editorials – zu sehr unterschiedlichen Schlussfolgerungen, die den Kliniker erst einmal ratlos zurücklassen.

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“Die Krise der Psychopharmaka” im Deutschlandfunk

Schon am Sonntag, den 2. April 2017, erschien im Deutschlandfunk eine Sendung zum Thema “Die Krise der Psychopharmakologie”. Darin wird über ein Symposium berichtet, das ich beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), im November 2016 in Berlin ausgerichtet hatte. Weiterlesen

Ist ein Euro gegen Depression zuviel?

Vor kurzem habe ich einem Redakteur der Initiative “Pharma Fakten” (www.pharma-fakten.de, laut Website eine “Initiative von Arzneimittelherstellern in Deutschland”) ein kurzes Interview zur Marktrücknahme von Vortioxetin in Deutschland gegeben. Ausgangspunkt war die Frage, ob die Behandlung von Patienten mit Depression mit einem neuen Antidepressivum den Krankenversicherungen nicht Tagestherapiekosten von einem Euro wert hätte sein müssen. Weiterlesen

Gemeinsamer Bundesausschuss: Vortioxetin ohne Zusatznutzen

Am 15. Oktober 2015 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in Berlin seinen abschließenden Beschluss im Nutzenbewertungsverfahren zum neuen Antidepressivum Vortioxetin veröffentlicht. Der G-BA hat sich der Bewertung des IQWiG angeschlossen, dass Vortioxetin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie, der Gruppe der selektiven Serotonin-Rückaufnahmehemmer (SSRI), keinen Zusatznutzen aufweist.

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Bildnachweis: l-vista / pixelio.de

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Vortioxetin: Wie geht es weiter (in Deutschland)?

In meinen beiden Posts vom 3. Oktober 2013 und vom 15. Januar 2014 habe ich über das neue Antidepressivum Vortioxetin (Brintellix®) berichtet. Vortioxetin wurde von der europäischen Arzneimittelzulassungsbehörde EMA (European Medicines Agency) am 18. Dezember 2013 zugelassen, in Deutschland aber erst viel später – Anfang Mai 2015 – eingeführt.

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Antidepressiva reduzieren Suizidraten

Am 7. März 2013 habe ich unter dem Titel „Führen Antidepressiva zu Suizidalität und aggressivem Verhalten“ einen kurzen Beitrag zu der Frage veröffentlicht, ob die Behandlung mit Antidepressiva Suizidgedanken auslösen und damit evtl. sogar Suizide begünstigen kann. Die Diskussion ist unterdessen weitergegangen und hat sich auch in der Fachpresse widergespiegelt. Weiterlesen

Neues zur kardialen Sicherheit von Citalopram

In der Januar-Ausgabe des American Journal of Psychiatry sind zwei Editorials erschienen, die sich erneut mit der kardialen Sicherheit von Citalopram beschäftigen. Ich habe zu der Diskussion im vergangenen Jahr einen Beitrag veröffentlicht. In meinem Post vom 4. Mai 2013 hatte ich auf die Studie von Zivin et al. (2013), die ebenfalls im American Journal of Psychiatry erschienen war, hingewiesen. Weiterlesen

Obere gastrointestinale Blutungen bei Behandlung mit SSRI

Der mögliche Zusammenhang von gastrointestinalen Blutungen und Behandlung mit selektiven Serotonin-Rückaufnahmehemmern (SSRI) ist schon lange bekannt. SSRI reduzieren die Serotoninkonzentration in Thrombozyten dramatisch (> 80%), was zu einer verminderten Thrombozytenaggregation und daraus resultierender erhöhter Blutungsneigung führt. Die Kombination mit nichtsteroidalen Antiphlogistika (nonsteroidal anti-inflammatory drugs, NSAIDs), Thrombozytenaggregationshemmern oder Warfarin erhöht das Risiko zusätzlich. Weiterlesen