Arzneiverordnungsreport 2012: Antidementiva

Die „Antidementiva“ werden im Arzneiverordnungsreport 2012 nicht unter den „Psychopharmaka“ (siehe dazu meine Posts vom 9.11.2012, vom 16.12.2012 und vom 19.1.2013) behandelt, sondern in einem eigenen Kapitel. Dieses wurde auch nicht von Martin Lohse und Bruno Müller-Oerlinghausen, sondern von Ulrich Schwabe, einem der beiden Herausgeber des Arzneiverordnungsreports, verfasst. Das hat dem Kapitel gut getan, denn es ist im Gegensatz zum Kapitel „Psychopharmaka“ durchgehend sachlich und wissenschaftlich verfasst.

Die Verordnung von Antidementiva hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich gewandelt. Weiterlesen

„Repositionierung“ von bereits zugelassenen Medikamenten für die Behandlung der Demenz vom Alzheimer-Typ

Die medikamentöse Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einer Alzheimer-Demenz ist derzeit lediglich mit drei Acetylcholinesterase-Hemmern (Donepezil, Galantamin, Rivastigmin) und dem NMDA-Antagonisten Memantin möglich. Diese Substanzen führen zu einer symptomatischen Besserung von bis zu 12 Monaten Dauer (nach neuesten Ergebnissen sogar bis 24 Monate, siehe dazu meinen Post vom 13.12.2012). Sogenannte krankheitsmodifizierende Therapien sind leider nach wie vor nicht verfügbar. Im Gegenteil musste die pharmazeutische Industrie in der letzten Zeit zahlreiche zum Teil herbe Rückschläge bei der klinischen Prüfung neuer derartiger Therapien hinnehmen. Trotz des enormen wirtschaftlichen Potentials, das ein neues Medikament hätte, das den Krankheitsprozess verzögert, befinden sich wegen des hohen wirtschaftlichen Risikos, das diese Forschung darstellt, derzeit nur wenige Substanzen in der klinischen Prüfung der Phasen II und III (gegenüber weit mehr als 1000 Medikamenten gegen Krebserkrankungen). Weiterlesen

Berichte vom 51. ACNP-Kongress — IV. Galantamin vermindert die Mortalität bei Alzheimer-Demenz

Heute möchte ich erneut vom 51. Kongress des amerikanischen College of Neuropsychopharmacology (ACNP), 2. – 6. Dezember 2012 in Hollywood, Florida, berichten, obwohl der Kongress bereits beendet ist. Die Studie wurde als Poster präsentiert, sie hätte es aber meines Erachtens in die „Highlights“-Session bringen müssen, in der leider die präklinischen Arbeiten dominierten (siehe dazu mein letztes Posting vom 4.12.2012).

Acetylcholinesterase-Hemmer stehen auch in Deutschland noch immer in dem Ruf, bei Patienten mit einer Demenz vom Alzheimer-Typ von zweifelhaftem Nutzen zu sein. Ihre Wirkung sei begrenzt und stehe in keinem vernünftigen Verhältnis zu den unerwünschten Wirkungen und den Kosten. Weiterlesen