Arzneiverordnungsreport 2012: Tranquilizer

Heute möchte ich mich erneut mit dem Arzneiverordnungsreport 2012 befassen. Das Posting ist kurz, da die Gruppe der Tranquilizer (im Report als “Tranquillantien” bezeichnet) sehr kurz abgehandelt wird, wahrscheinlich, weil die Verordnungszahlen in dieser Gruppe seit Jahren abnehmen.

Die Verordnung von Tranquillantien, das sind vornehmlich Benzodiazepine, nimmt seit 1992, dem Jahr mit dem Maximum an Verordnungen (333 Mio. DDD), kontinuierlich ab. Sie betrug 178 Mio. DDD im Jahr 2002 und 119 Mio. DDD im Jahr 2011. Das heißt, dass heute nur noch etwa ein Drittel der Menge an Benzodiazepinen verordnet wird wie vor 20 Jahren. Obwohl eine Vielzahl von Benzodiazepinen verfügbar ist, wurden in Deutschland 2011 im Wesentlichen fünf verschiedene Substanzen verordnet: Lorazepam (36,3 Mio. DDD), Diazepam (26,9 Mio. DDD), Bromazepam (18,3 Mio. DDD), Oxazepam (11,4 Mio. DDD) und Alprazolam (9,2 Mio. DDD). Es ist als günstig zu bewerten und spricht für den sachgerechten Umgang mit diesen Substanzen, dass die Verordnung von Benzodiazepinen mit langer Halbwertszeit bzw. lang wirksamen aktiven Metaboliten (dazu zählt unter den genannten Substanzen nur Diazepam) besonders deutlich zurückgegangen ist. Buspiron spielt mit 1 Mio. DDD in Deutschland nur eine untergeordnete und weiter abnehmende Rolle.

Man beachte, dass hier Hypnotika (dazu zählen auch die sog. Z-Substanzen Zaleplon, Zolpidem und Zopiclon) nicht berücksichtigt sind. Diese werden als “Hypnotika und Sedativa” in einem eigenen Kapitel des Arzneiverordnungsreports besprochen, wobei man davon ausgehen muss, dass auch Tranquilizer als Hypnotika gegeben werden.

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